E85



E85 ist ein Mischung aus Ethanol (Alkohol) und Benzin. Die Zahl gibt den Ethanol-anteil an.

Bei E85 sind das 85% und 15 % Benzin.Die Klopffestigkeit ist mit 104 Oktan deutlich höher als mit Super-Plus.

Wenn man E85 bis zu 30 Prozent mit Superkraftstoff  mischt brauch man an Vergaser und Einspritzung nichts zu ändern.

Tankt man E85 muss man den Vergaser-Einspritzung auf Fett einstellen ca 5 % größere Leerlaufdüse und 10% größere Hauptdüse evtl. für Teilastbereich Düsennadel um 1 Kerbe höher hängen sind unsere Erfahrungen.


Bei Erhöhung der Verdichtung und Anpassung der Gemischaufbereitung ist bis zu 20 % Mehrleistung möglich.

Benelli 2C2 und Belgarda 680 haben wir erfolgreich an E85 angepasst, die anderen werden wir Frühjahr 2020 umstellen.

Nachteil in Deutschland wegen Besteuerung ist E85 fast nicht mehr zu bekommen, da wir 20 km von der französischen Grenze wohnen ist es für uns kein Problem E85 für 0,69 € den Liter zu bekommen.

Bei E85 Betankung hat man einen höheren Verbrauch von ca. 20 % was der Kaufpreis wieder Wett macht. 

Viele Info über E85 findet man im Internet, hier darauf einzugehen würde den Rahmen sprengen.

Umstellung auf E85 nur vornehmen wenn man genug Kenntnis über Vergaser Einstellung hat.

Unsere Erfahrung mit E85 ist sehr Positiv, kein Tank defekt , keine Dichtung aufgelöst und die Kolben bewegen sich auch noch.


Tankt man Methylalkohol ( Hochgiftig ) muss man das bei Nennung angeben und Roten Punkt an Startnummertafel anbringen. Laut Kraftstoffbestimmungen der FIM 2020, Artikel 63.01 muss man das bei E10 und E85 nicht machen.

Wer andere Info hat bitte bei uns melden.



Ein sehr guter Bereicht erreichte uns von Reiner Nikulski





Hallo Jens und Uwe Bach

 

Die Idee des CO2-neutralen Motorsportes ist natürlich eine hochaktuelle Sache. Wenn es dann aufgrund der sehr hohen Verdampfungswärme von Alkohol auch noch handfeste Vorteile bezüglich Kühlung gibt, braucht man eigentlich nicht weiter zu zögern. Der Motorsport in USA und die Bahnsportler hierzulande handhaben es ja schon immer so. Und die große Kompressorära vor und nach dem Krieg wäre wahrscheinlich ohne Alkoholtreibstoffe gar nicht möglich gewesen.

Ein Clubkamerad aus der IG-Wankel setzt schon seit sehr langer Zeit eine Hercules Wankel im Classic Rennsport ein. Aufgrund der etwas primitiven Kolbenkühlung des Sachs Wankel gibt es im Rennbetrieb aber immer mal wieder Temperaturprobleme. Vor 11 Jahren kam daher die Idee auf, die hohe Innenkühlung von Alkohol (E85) diesbezüglich zu nutzen.

Die Abstimmung und Umbedüsung klappte auch hier nahezu auf Anhieb. Bezüglich der Wirkung wollten wir es aber genau wissen. Deswegen wurde der Renner anlässlich von Einstellfahrten zum Saisonbeginn in Ingolstadt mit einem Datarecorder und Temperaturfühlern versehen und vergleichend gefahren. Durch das Beschleunigen im relevanten Drehzahlbereich in einem Gang konnte sogar auf die Leistung geschlossen werden (natürlich nicht DIN-mäßig genau). Die Ergebnisse in den beigelegten Diagrammen sprechen eine deutliche Sprache:

  • Bei E85 Betrieb liegen die Temperaturen um satte 20-40°C unter denen bei Benzinbetrieb. Mit E85 spreizen die Temperaturen etwas auseinander. Im Einlassbereich „Motor oben“ wird wesentlich mehr Wärme entzogen als darunter – eigentlich klar, weil das eintretende Gemisch eben dort verdampft.
  • Aufgrund des heftig gekühlten Einlassbereiches ergibt sich eine deutlich höhere Füllung, die zu einer je nach Drehzahl   2-5 PS höheren Leistung führt (10-25% !).

Die Wirkung ist also tatsächlich enorm, vor allem bei leicht wärmekranken Motoren.

Der höhere Verbrauch hätte aber bei Langstreckenrennen wegen der vermehrten Tankstopps arge Nachteile ergeben. Letztendlich war dann die Beschaffung und auch der Transport von großen Mengen (4h Rennen) im Transporter zu umständlich, so dass wir es dann doch nicht umgesetzt haben.

Ich bin dann im Wankel-Straßengespann noch eine Weile mit E85 gefahren. Unter 12-15 °C Außentemperatur gab es ohne Startpilote kein Anspringen. Wahrscheinlich hätte aber einfach auch das Startsystem düsenmäßig angepasst werden müssen. Bei herbstlicher Kälte um 5 °C lief sie dann etwas unwillig. Vielleicht war der Saugbereich dann einfach zu kalt. Eventuell wäre das durch eine Beschleunigungspumpe zu beheben gewesen. Letztendlich war aber auch hier die Beschaffung zu umständlich.

Insgesamt war das Ganze aber eine richtig tolle und interessante Sache.

 

Reiner Nikulski

Schwäbisch Gmünd